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Autor: Psychozina

### Gothics ###

## Was ist Gothic? ##

Gothic zu definieren ist nicht einfach, wenn nicht sogar unmöglich, da gerade in dieser Szene Individualität ganz oben steht. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten, die die Anhänger der Wave-Gothicszene miteinander verbinden.
So sind z.B. eine melancholische Grundstimmung sowie eine gelebte Trauerkultur häufig Persönlichkeitsmerkmale eines Goths, (was entgegen der häufigen Meinung Außenstehender nicht bedeutet, dass dies mit Depressionen zu tun hat!) Doch auch andere Aspekte spielen eine Rolle.

Für viele Gothics beinhaltet die Lebensphilosophie Toleranz, Gleichberechtigung, Ablehnung von Konsum und der "Fit- und Fun- Gesellschaft", Auseinandersetzung mit persönlichen Schicksalsschlägen und dem Tod. Dabei wird der Tod nicht glorifiziert, ganz im Gegenteil - der Suizid wird abgelehnt - doch wird der Tod als Teil des Lebens angesehen. Man setzt sich mit diesen Themen auseinander statt sie zu verdrängen. Formen der Gewalt und Selbstzerstörung wie z.B. durch Drogen werden meist in der Szene abgelehnt. Gerade weil man die Themen Tod und Vergänglichkeit aufarbeitet, entsteht oft eine ausgeglichene, lebensbejahende Einstellung.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das intensive Erleben von Gefühlen. In der Leistungsgesellschaft wird oft versucht, negative Gefühle zu verdrängen. Sie werden geschluckt und nicht gezeigt. Viele Gothics versuchen hier einen anderen Weg zu gehen. Wenn sie traurig sind, sind sie traurig, wenn sie fröhlich sind, sind sie fröhlich. Das Schöne ist, dass es von den anderen akzeptiert wird, wenn es einem nicht gut geht. Sprüche wie "Ist doch alles halb so schlimm" hört man hier kaum. Vielmehr wird auf denjenigen eingegangen und konkret geschaut, ob man ihm helfen kann. Auch dies ist möglich, weil negative Gedanken und Melancholie eben nicht aus Höflichkeitsgründen verborgen werden müssen. Das Negative gehört dazu wie das Positive. Und es darf thematisiert werden.

Viele Gothics drücken ihren Schmerz und ihre Sehnsucht in Gedichten oder in der Fotographie aus. Andere wieder gründen eigene Gothicbands, um ihre Gefühle durch Musik auszudrücken. In den Liedern geht es oft um Liebe, Tod und Sehnsucht. Pauschal handelt es sich um melancholisch-düstere, traurig - depressive und zugleich romantische Musik, bei den härteren Stilen (z.B. EBM oder Industrial) herrscht oft Expressionismus und eine gewisse Aggressivität kombiniert mit Düsterkeit und Welt-Abgehobenheit vor. Die Texte handeln im Gegensatz zur "fröhlichen" Pop-Musik auch von Traurigkeit, Verlust, Verzweiflung und ängsten. Der Musikgeschmack der "breiten Masse" wird oft mit dem Urteil Oberflächlichkeit und Kommerz abgelehnt.

Immer wieder gibt es Vorurteile über die Gothicszene in den Bereichen Religion und Politik. Darum hierzu noch ein par Zeilen:
Die Wave und Gothic Bewegung ist unkonfessionell, d.h. Anhänger der Wave und Gothic Bewegung verbindet keine gemeinsame Religion. Sie setzen sie sich aber öfter mit Glaubensfragen auseinander als andere. Das geht obligatorisch einher mit dem Thematisieren von Tod und Vergänglichkeit sowie den negativen Seiten des Lebens und Schicksalsschlägen. Gothics sind genau so wenig Satanisten wie der Rest der Bevölkerung. Es finden sich Atheisten genauso wie Anhänger des Christentums oder anderer Religionen in der Szene. Die Religionszugehörigkeit ist kein Szenekriterium. Das Schmücken mit Symbolen, die in der Bevölkerung oft als satanistische Zeichen gedeutet werden, sind z.B. Zeichen von heidnischen Religionen oder sollen schlichtweg provozieren und die Gesellschaft anregen, sich mit ihrem Glauben kritisch auseinander zu setzen. Das Vorurteil, Anhänger der Wave und Gothic Bewegung seien Satanisten, wird oft von den Medien bei der Berichterstattung erzeugt, um die Sensationsgier der Leser zu befriedigen.

Die Wave und Gothic Bewegung ist ebenso politisch neutral, d.h. die gemeinsame Lebensphilosophie erstreckt sich nicht auf Politik oder bestimmte Parteien. In den Anfängen der Bewegung konnte man ab und zu eine leichte politische Färbung mitte bis links erkennen. In den letzten Jahren wurde der Gothicszene aufgrund ihrer Toleranz häufig vorgeworfen, sie sympathisiere mit der rechten Szene. Rechte Einstellungen wurden in der Szene nicht mehr oder weniger abgelehnt als linke oder neutrale Färbungen, da die politische Einstellung keine Rolle spielt. So schien es ein guter Nährboden für die rechte Szene zu sein, Gothicsongs zu schreiben, um damit ihre Hörerschaft zu erweitern. Der Vorwurf von außen war, man könne doch nicht so tolerant sein, dass man gar nichts bekämpfe, nicht mal die rechte Szene. Rechte oder deutschnationale politische Strömungen kommen nicht mehr oder weniger vor wie in der restlichen Bevölkerung und sind nicht relevant für die Szenezugehörigkeit.

Gothic ist mehr als Kleidung und Musik. Es ist ein Lebensgefühl. Deshalb kann man nie verallgemeinernd für alle sprechen, denn jeder ist trotz der Gemeinsamkeiten innerhalb der Szene individuell. Es sind lediglich Punkte aufgeführt, die sich bei vielen Gothics überschneiden und wichtige Punkte zum Abbau falscher, aber immer wieder zu hörenden Vorurteile.
Außerdem splittert sich die Gothicszene inzwischen bereits in so viele Substile auf, dass es kaum möglich ist, alles unter einen Hut zu bringen.
Die Stile reichen vom Wave der Anfänge über moderne Gothicbands, EBM, Indusrial, Futurepop bis hin zu mittelalterlichen Stilen und vermengen sich sogar teilweise mit der Metalszene. Die Grenzen verschwimmen hier oft.

Doch welche Stilrichtung auch immer: Jeder, der äußert, de Gothicszene nahe zu stehen oder sich damit zu beschäftigen, macht die Erfahrung, dass dieses von seiner Umgebung oft mit Misstrauen und Ablehnung quittiert wird. Eltern, Verwandte oder Freunde, Lehrer oder Ausbilder, Mitschüler oder Arbeitskollegen reagieren mit Vorurteilen, Misstrauen und Angst. Das Auf-der-Straße-angegestarrt-werden ist dabei das kleinste übel.
Die Dinge, die die Gesellschaft wahrnimmt, können bedrohlich wirken: Die schwarze Kleidung und das extreme Aussehen, Schmuckstücke mit mystischen, Toten- und/oder Horror-Motiven, die Vorliebe für einsame Plätze und Friedhöfe geben den falschen Vermutungen Raum, dass diese Leute etwas Verbotenes oder gar Abscheuliches tun. Die Medien verstärken diesen Eindruck durch unprofessionell recherchierte und manchmal sogar erdachte Berichte über die Gegebenheiten der Wave und Gothic Bewegung. Von "Friedhofsschändern", "Bluttrinkern", "Tierquälern" und satanistischen Ritualen wird in der Presse berichtet, um den Lesern etwas Sensationelles anzubieten.
Aufgrund dieser Vorurteile haben Freunde und Verwandte als erstes dieses Bild vor Augen, wenn man ihnen sagt, dass man sich mit der Wave und Gothic Bewegung befasst. Oft sind diese Vorurteile so fest verwurzelt, dass man in den meisten Fällen nichts gegen diese vorgefassten Meinungen tun kann. Man kann zwar zu argumentieren und zu erklären versuchen, aber man wird überwiegend gegen eine Mauer des Unverständnisses stoßen, da gerade die Gothicszene leider sehr negativ assoziiert wird.

Es sei noch mal betont, dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann. Und doch scheinen diese Informationen wichtig zu sein, da wir immer wieder mit falschen Vorurteilen konfrontiert werden.
Ablehnung durch die Gesellschaft und Auflehnung gegen die Gesellschaft - zwei Ursachen für die Entstehung jugendlicher Subkulturen. Manchmal vermischen sich die beiden Motive - doch die meisten "Schwarzen" wollen mit der Gesellschaft nur das Notwendigste zu tun haben, ziehen sich zurück. Sie rebellieren nicht, sie wollen ihre Ruhe.


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2003 by BundesPrinzessin